Idee für einen neue Rubrik

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Aktuelles/Zur Diskussion

um eine öffentliche Diskussion im Verband anzuregen.

 

13.6.2019 Martin

 


Begehren wir auf?

Ein persönlicher Kommentar

„Begehren wir auf?“ Diese Frage wurde bei unserer letzten Mitgliederversammlung in Würzburg gestellt. Zur Zeit werden uns kirchlich Mitarbeitende drängende Themen um die Ohren gehauen wie „Missbrauch, Klerikalismus, Ordination von Frauen …“ Als Seelsorger*innen spüren wir in Gesprächen am Krankenbett oder nach dem Gottesdienst wie sich der Wind gedreht hat. Zwischendrin ploppen unsägliche Statements auf wie jenes von Kardinal Ratzinger „Die 68er sind schuld am Missbrauch …“ Da schießt mir die Röte ins Gesicht, weniger aus Scham sondern aus Zorn. Andere hohe Würdenträger würdigen diesen als positiven Beitrag Benedikts in der Art: „Endlich spricht EINER Klartext.“ Ein anderer Bischof, Franz Josef Bode, wirbt bei einem internationalen Symposion (April 2019 in München): Unterstützen Sie uns auf dem synodalen Weg, denn es ist noch nicht gesichert, dass wir Bischöfe diesen Weg mutig zu Ende gehen.


„Begehren wir auf?“ Bei der Mitgliederversammlung war eine mehrheitliche Zustimmung spürbar, aber auch die Bedenken: Wage ich namens meiner Kolleg*innen in meinem Bistum persönliche dienstrechtliche Konsequenzen? Ruinieren wir unser wahrlich nicht gesichertes Image als Berufsgruppe von hauptamtlichen Theolog*innen? Diese Bedenken ziehen sich durch unsere fast 50jährige Berufsgruppengeschichte und waren zuletzt deutlich, als über die Veröffentlichung der Berufsgruppensynopse diskutiert worden ist, ob wir dokumentieren wollen, dass Pastoralreferent*innen predigen. Bevor uns die Instruktion 1991 auf den Hocker oder die Kirchenbank verbannte – vermutlich aus dem einzigen Grund, nämlich dass die Predigtpraxis nicht zum Gewohnheitsrecht werde -, da waren die Prediger*innen geschützt durch die solidarische Haltung von Priestern, die sich als „Hörer des Wortes“ begriffen. Die erste Generation unserer Kollegen wurde es leid ob der andauernden Anfrage zum Diakonat: „Nein, diesen Status benötigen wir nicht für unsere Arbeit, außerdem würden wir unseren Kolleginnen die Zukunft versauen.“


„Begehren wir auf gegenüber jeder Form von Diskriminierung?“ Selbstverständlich, denn die Liste der Diskriminierten ist lang: Missbrauchsopfer, Schwule und Lesben, konfessionsverschiedene Paare auf dem Weg zur Kommunion. In der MHG-Studie wird als eine der Ursachen für Missbrauch „institutioneller Narzissmus“ genannt. Vielleicht schreckt manche oder manchen auf, dass man/frau durch die Systemzugehörigkeit als Pastoralreferent*in auf die Täterseite rutscht. Um als Berufsverband glaubwürdig aufbegehren zu können, benötigt es meines Erachtens: Sensibilität für die eigenen Diskriminierungserfahrungen, einen klaren Auftrag der Mitglieder, die Ausdauer für einen partnerschaftlichen Diskurs, ein vereinbartes strategisches Ziel sowie den Mut auch kleine Schritte zu gehen.

 

In Würzburg bei der Mitgliederversammlung waren es vielleicht nur kleine Schritte die Satzung zu gendern und die Leitungsaufgaben partnerschaftlich zu definieren, aber ein wichtiger Start.


Seit Wochen fällt mir immer wieder eine Postkarte meiner diözesanen Berufsgruppe in die Hand, die mich auffordert meinem Bischof ermutigende Zeilen zu schreiben. Jetzt bin ich reif.


Martin Holzner-Kindlinger

PS:

Manche Kolleg*innen sind vielleicht enttäuscht, dass der Vorstand noch keine Petition gestartet oder keine Positionierung zu Maria 2.0 verfasst hat. Diese neue Rubriken bei unserem Internetauftritt möchten ermutigen für persönliche Aktivitäten und den verbandlichen Diskurs starten. Schreibt doch dem Vorstand Eure Meinung als Leserbrief, die hier veröffentlicht werden soll, an:

info@bvpr-deutschland.de

 


Briefe von Leser*innen:

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