Veröffentlichungen


Publikationen:

* Themenheft Lebendige Seelsorge 4/2021 "50 Jahre Pastoralreferent*innen"

* ZAP Workingpaper 15: Andreas Henkelmann, 50 Jahre Beruf der Pastoralreferentin / des Pastoralreferenten - historische Analyse, pastoraltheologische Kommentare

* Konstantin Bischoff, Lasst sie sein, was sie sind! Berufliche Haltungen von Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten
Mehr dazu

Pressespiegel:

MK-Online, 4.11.21:

Seelsorger aber keine Priester
Seit 50 Jahren gibt es Pastoralreferenten
Wie könnte ein Berufsberater erklären, was das ist, ein Pastoralreferent? Vielleicht so: theologischer Vollprofi mit beschränkten Befugnissen, aber trotzdem Karrierechancen in der katholischen Kirche. Auch für Frauen. Link

 

Tag des Herrn, 4.11.21:

Innovatives Personal
Ist doch interessant, dass in der Apostelgeschichte die damals junge, wachsende Kirche einfach einen neuen Beruf erfand, um eine Krise zu bewältigen: die Diakone. Link

 

Katholisch.de, 9.11.21:

Von der Übergangslösung zur Dauereinrichtung
Kinder des Priestermangels: Seit 50 Jahren gibt es Pastoralreferenten
Ursprünglich eine Übergangslösung, sind sie heute nicht mehr wegzudenken: Vor 50 Jahren wurden erstmals ungeweihte Männer als Pastoralreferenten in die Seelsorge gesandt – kurz darauf folgten auch Frauen. Die Berufsgruppe feiert mit einer Fachtagung.
Link

ebenso Domradio, 9.11.21 Link

 

Domradio 9.11.21:

Pastoralreferenten gibt es nun seit 50 Jahren Ein bisschen "Mädchen für alles"?
Eine besondere Berufsgruppe in der katholischen Kirche feiert Jubiläum. Seit 50 Jahren gibt es jetzt Pastoralreferenten. Wie haben sich die Aufgabenfelder im Laufe der Zeit entwickelt und wie sieht vor allem der Blick in die Zukunft aus? Link

 

Bonifatiuswerk gratuliert 9.11.21 Link

 

Bayerischer Rundfunk 9.11.21:

50 Jahre Pastoralreferenten – immer nur der Laie (Rundfunkbeitrag) Link

 

Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt 1.12.21
Nicht wegzudenken, nicht wegzusparen Link

 

Blogbeitrag von Konstantin Bischoff auf Thomas-Morus-Akademie, Bensberg 1.2.22

„Wenn es der Heilige Geist will, dann wird es bleiben“, so soll der Münchner Erzbischof Julius Kardinal Döpfner gesagt haben, als er sich wohl als erster 1969 entschied, motivierte Theologen als Pastoralreferenten anzustellen. Es sollte der Beginn einer neuen Geschichte in der Kirche sein – der Geschichte von Menschen, die ohne Weihe in der Kirche als hauptberufliche Theolog*innen arbeiten. Das System fremdelte von Anfang an mit ihnen. Keine Kleriker, aber auch keine fachlichen Laien; die Ausbildung mit der der Priester vergleichbar, ja fast identisch; wichtige Dienste übernehmend, aber in der Auffassung vieler kein kirchliches Amt ausübend – der kirchenrechtliche Ort bleibt unklar. Die Menschen fremdelten weniger. ... Link

 


51 Jahre Pastoralreferent:innen in Rottenburg-Stuttgart:

Nah dran an Gott und den Menschen

Seit 1971 gibt es in der Diözese Rottenburg-Stuttgart (DRS) Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten. Es sind Frauen und Männer mit Theologiestudium, die in der Regel wie Priester, Diakone sowie Gemeindereferentinnen und -referenten in der Seelsorge tätig sind.
Das 50. Jubiläum feiert die Berufsgruppe – coronabedingt – erst Ende Juni dieses Jahres mit einem Fest mit Bischof Dr. Gebhard Fürst in Rottenburg. „Unsere Pastoralreferenten und -referentinnen sind nah dran – und zwar an Gott und den Menschen“, sagt der Bischof. „Sie sind ein integraler Bestandteil der pastoralen Dienste in unserer Diözese und gestalten die Kirche auf allen Ebenen tagtäglich durch ihr großes Engagement aktiv mit.“

An der Schnittstelle zwischen Kirche und Gesellschaft sieht Markus Fritz, der Leiter des Theologischen Mentorats der DRS, die Pastoralreferent:innen. Im Mentorat werden sie während ihres Theologiestudiums begleitet. Nach der dreijährigen praktischen Berufseinführung sind die meisten in Seelsorgeeinheiten vor Ort tätig. Sie begleiten z.B. die Jugendarbeit, feiern Wort-Gottesdienste, halten Religionsunterricht und initiieren unterschiedlichste Projekte. Andere arbeiten als Krankenhaus- und Hochschulseelsorger oder verantworten die City-Pastoral. Auch als Dekanatsreferentinnen und -referenten und in Hauptabteilungen und Einrichtungen auf Diözesanebene findet man viele von ihnen.

Diözese ist mit Einführung der Berufsgruppe unter den Vorreitern
Die DRS führte den Beruf des Pastoralreferenten, der auch Frauen offensteht, neben München-Freising und Würzburg als eine der ersten Diözesen Anfang der 1970er Jahre ein. Bischof Carl Joseph Leiprecht und dessen Nachfolger Bischof Georg Moser sowie der damalige Personalreferent und spätere Leiter des Seelsorgereferats, Domkapitular Georg Kopp, trugen die Ideen des Zweiten Vatikanischen Konzils mit in die Ortskirche und förderten so die Mitverantwortung der so genannten Laien. Waren es zu Beginn nur wenige, die diesen kirchlichen Beruf ergriffen, wurde die Zahl der Kolleginnen und Kollegen immer größer, berichtet Fritz. „Zeitweise gab es so viele Bewerbungen, dass gar nicht alle in die Berufseinführung aufgenommen werden konnten. Inzwischen ist das Berufsbild des Pastoralreferenten fest verankert und in fast jedem pastoralen Team findet sich mindestens ein Pastoralreferent oder eine Pastoralreferentin.“

Besonderheit: Pastoralreferenten predigen in der Eucharistiefeier
Die theologische Kompetenz ist laut Fritz Grundvoraussetzung für Berufsanfänger – ein entsprechendes Studium daher obligatorisch. „Gott hat keine anderen Hände als die von uns Menschen“, so der Leiter des Theologischen Mentorats weiter. „Deswegen gehört es zum Kern des Berufes, Begegnungen so zu gestalten, dass dabei ein Raum entsteht, in dem etwas von Gott erfahrbar wird. Pastoralreferent:innen sind spirituelle Wegbegleiter, sie übersetzten die biblische Botschaft mit Taten und in Worten in unsere Gesellschaft hinein.“

Ungewöhnlich sei, dass Pastoralreferentinnen und -referenten in der DRS in der Eucharistiefeier predigen dürfen. „Das ist eine Besonderheit, wenn man in andere Bistümer blickt“, freut sich Fritz. „Wer sich für diesen Beruf entscheidet, ist hoch motiviert und kompetent.
Viele der jungen Leute bringen schon ein ganzes Bündel an Kompetenzen beispielsweise aus der Jugendarbeit mit und sind sehr interessiert, Neues zu lernen.“

Aktives Einmischen in Themen der Kirche gefordert
Dementsprechend würden sich die Pastoralreferent:innen auch einmischen, wenn es um die wichtigen Themen in der Kirche geht: So zählt der bundesweite Berufsverband zu den Erstunterzeichnern der Solidaritätserklärung kirchlicher Mitarbeitenden und ehrenamtlich Engagierten bei #OutInChurch. Es gibt zu allen vier Foren des Synodalen Wegs Positionspapiere und der Berufsverband stellt selbst vier synodale Mitglieder. Die Pastoralreferenten fordern dabei u.a. die Zulassung von Frauen zur Weihe für kirchliche Ämter und die Aufhebung des Pflichtzölibats, die Gewaltenteilung in der kirchlichen Struktur und eine Neujustierung der Entscheidungsbefugnisse zwischen Rom und den Ortskirchen.

Film stellt Beruf zum Jubiläum vor
In den vergangenen beiden Jahren beauftragten Bischof Gebhard Fürst und die Weihbischöfe mehr als 30 Pastoralreferent:innen. Zum Jubiläum der Berufsgruppe wurde ein 25-minütiger Film mit dem Titel „Time is honey. 50 Jahre Patroralreferent:innen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart“ produziert, der beim Festakt am 25. Juni erstmals zu sehen sein wird. Der Trailer ist bereits bei YouTube zu sehen.

Weitere Informationen

von Jochen Wiedemann am 21.6.22

 


51 Jahre Pastoralreferent:innen in München-Freising am 9.7.22:

"Wir sind Narren um Christi Willen"

Prof. Heribert Prantl teilte in seinem Festvortrag seine Gedanken zur Seelsorge in religiöser Entfremdung. Dabei bezeichnete er die Pastoralreferent:innen als Botschafter einer Kirche der Zukunft. "Kirche kann aber, wenn es gutgeht, ein Ort sein, an dem der Himmel offengehalten wird. Sie, die Pastoralreferent:innen, gehören zu den Himmel-Offenhaltern."

 

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Festrede Prof. Heribert Prantl - 50 Jahr
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