Konstantin Bischoff geht mit auf dem synodalen Weg

Ich wurde gewählt als „der jüngere Mann aus dem Süden, der in Gemeinden arbeitet und über unseren Beruf promoviert“.

Ein wenig geht für mich ein Traum in Erfüllung, denn oft habe ich mir gedacht: "Wie schön, wäre es gewesen zu Konzils- und Synodenzeit schon gelebt zu haben." Ich wollte den Geist des aggoirnamento spüren und kraftvoll an einer Zukunft des Glaubens mitarbeiten, denn ich war und bin überzeugt, dass die Botschaft Jesu ungebrochen aktuell ist. Ich sehnte mich nach Aufbruch, doch ich erlebte so oft ein Weiter-So und ein Verharren in verkrusteten Strukturen.

 

Ein wenig skeptisch bin ich jetzt aber doch mit meinen jetzt 34 Jahren. Wird es gelingen in einer Haltung des Hörens und Sehens die Menschen im Auge zu haben und aus dem Evangelium heraus Strukturen für eine Kirche von heute zu finden? Doch jetzt gilt es die Chance zu nutzen, dass es mehr als der x-ten Gesprächsprozess wird. Es gilt, denen die Angst haben (vor Machtverlust, vor Verflüssigung, vor Weichgespültem, vor Moderne, vor Pluralismus, vor Demokratie, vor Genderfragen..) zu zeigen, dass gemeinsames Suchen, Ringen, Streiten, Beten und Feiern Kraft entfalten kann. Denn nur erneuert kann Kirche wieder der Verkündigung des Reiches Gottes dienlich werden.

 

Persönlich bringe ich in die Vollversammlung des Synodalen Wegs mit:

Mein Bild der Kirche als pilgerndes Gottesvolk. Denn prägend ist für mich meine Kindheits- und Jugenderfahrung in Gemeinde und Jugendverband, wo ich erlebt habe, wie kraftvoll, aber auch anstrengend, ein echtes, demokratisches und partizipatives Miteinander ist.

Meine Liebe zu einer angewandten und relevanten Theologie. Denn prägend sind für mich mein Theologiestudium und mein aktuelles Promotionsstudium. Theologie lehrt mich fragen Komplexität ernst nehmen.

Mein hybrides Wesen zwischen Laie und Klerus. Denn prägend ist für mich mein Beruf, Pastoralreferent, der irgendwie so zwischen allem steht und in dem ich als kirchlicher Amtsträger, verheiratet, mit zwei kleinen Kindern, mitten in dieser Kirche arbeite und doch nicht Teil der klassischen Hierarchie bin.

Meine Erfahrungen von Seelsorge in kirchlichen Ab- und Umbrüchen. Denn prägend ist für mich mein Arbeiten in einem Münchner Pfarrverband, wo die Veränderungen zahlreich und der Wandel schnell ist.

Meinen Wunsch zu mehr Demokratie. Denn prägend ist für mich, dass dort wo ich in Jugend- und Berufsverband, aber auch anderen Verbänden und Parteien, erlebe, dass Menschen sich Wahlen stellen und Rechenschaft ablegen müssen, die Qualität steigt.

 

 

Konkret heißt das z.B., dass für mich noch einmal darüber geredet werden muss ob es nicht, wenn es schon bei jedem Beschluss in der Vollversammlung des Synodalen Wegs eine 2/3 Mehrheit der Bischöfe braucht, auch eine 2/3 Mehrheit der Frauen braucht und dass es um mehr gehen muss als das Abnicken von Textvorlagen. Ich bin dazu bereit.