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Die 6. Synodalversammlung. PR4Syn beendet mit ambivalenter Bilanz die Delegation

Über sechs Jahre ist es her, dass wir vom BVPR in die Synodalversammlung entsandt wurden.

Jetzt, drei Jahre nach der letzten Arbeitsversammlung, fand in Stuttgart die vorgesehene Versammlung zu Reflexion und Monitoring statt.

 

Bilanz über unser Engagement gezogen haben wir vor drei Jahren, Konstantin hat auch immer wieder aus dem Synodalen Ausschuss berichtet. Aber was war jetzt in Stuttgart? Was bleibt? Was fehlt?

 

Für die Kolleg:innen ist Wichtiges erreicht worden. Am spürbarsten durch die neue Grundordnung, die arbeitsrechtliche Standards für die Kirche eingeholt hat. Aber auch mit deutlichen Positionierungen für eine nicht mehr diskriminierende kirchliche Lehre in Bezug auf Geschlechter und sexuelle Orientierungen. Darauf kann sich eine erneuerte Pastoral berufen.

 

Die Einrichtung der Synodalkonferenz ist ein echter Erfolg. Die zwischendrin, vor allem im Moment der schwierigsten Niederlage des SW von Konstantin laut ausgesprochene Wahrheit: “Es darf in wichtigen Fragen nie wieder sein, dass die Bischöfe allein für die Kirche in Deutschland sprechen”, nimmt damit Gestalt an. “Synodalität muss auf Dauer gestellt werden”, wie Esther immer wieder sagte — das bleibt. Doch auch in Stuttgart wurde deutlich, dass über das Verständnis, wie Synodalität gelebt werden soll, noch keine Einigkeit besteht.  

 

„Umkehr und Erneuerung“ war das Ziel des Synodalen Wegs. Das wurde in Stuttgart oft zitiert. Ja, es sind erste Schritte getan, wie es der Monitoring-Bericht des Synodalen Ausschusses dokumentiert. Er legt aber ebenso offen, wo es nur schleppend oder gar nicht vorangeht mit der Rezeption der synodal gefassten Beschlüsse. Das erfüllt mit großer Sorge. Marcus hat in Stuttgart deutlich darauf hingewiesen. Im Handeln derjenigen, die Entscheidungen umsetzen, steht zu oft noch das Wohl der Kirche über dem Wohl der einzelnen Menschen. Diese nicht im Herzen vollzogene Umkehr fördert weiter Machtmissbrauch in seinen unterschiedlichen Ausprägungen. Um nach außen für Menschenrechte eintreten zu können, was in unserer Gesellschaft so dringend nötig ist, braucht es eine ebenso entschiedene Haltung, Menschenrechte in der Kirche zu garantieren.

 

Der Reformstau bleibt. Gerade Susanne hat immer wieder betont: “Für die Frauen ging nichts weiter.” Der beschworene Kulturwandel ist oft nicht mehr als ein Schönreden. Deutlich benannten auch andere Synodale, dass “die Hütte brennt.”

 

In Stuttgart wurde erstmals die “Conversation in the spirit” auch auf dem Synodalen Weg genutzt. Diese Methode, die Esther und Konstantin durch das Worldnetwork of Lay Minister schon länger nutzen, führt zu guten Gesprächen. Bei diesen darf es aber nicht stehen bleiben. Natürlich: Die Erfahrungen, die wir in Synodalität gesammelt haben und der Freimut, Probleme klar zu benennen, sind sehr wertvoll. Aber es braucht Taten.

 

In der Synodalkonferenz, wenn sie denn hoffentlich kommt, bleibt viel zu tun. Und manche wunderbare Begegnung und neue Freundschaft darf über die Schattenseiten nicht hinwegtäuschen. Zugleich wäre ohne den Synodalen Weg nichts besser, es dürfen also seine Fortschritte auch selbstbewusst benannt werden.

 

Dr. Konstantin Bischoff, Esther Goebel, Marcus Schuck, Susanne Schuhmacher-Godemann